AI is broke - as we are, too
Aber das war eigentlich absehbar, oder? Das ist logische Folge eines Kapitalismus im Endstadium.
Im Grunde genommen ist das gar nicht so weit weg von anderen Staatsformen: Dauerhaft kann man nicht gegen die Interessen seiner Bürger regieren; egal ob Iran, USA oder irgendein Land in der EU.
Dabei ist noch in keiner Weise ausgemacht, was und wie sich die Gesellschaft entwickeln wird. Einzig, daß wir vor gravierenden Umbrüchen stehen ist klar und offensichtlich. Es ist auch nicht völlig ausgeschlossen, daß sich der Kapitalismus irgendwie rettet - ich weiß halt nicht wie. Und auch nicht, wie die aktuell eng mit der Wirtschaft (-sform) verwobenen Staaten das überleben sollen.
Meine Erwartung ist, daß die aktuellen, desaströsen Regierungen nach und nach durch genauso unfähige rechtskonservative nationalistische Regierungen ersetzt werden. Also eigentlich eine Fortsetzung des Trends. Gleichzeitig entwickelt sich BRICS weiter - das Konzept dieses lockeren Staatenbundes halte ich für sehr trag- und zukunftsfähig. Die USA sind im Niedergang und schlagen um sich auf einem Weg zurück in die "splendid Isolation" der Zeit vor dem 1.Weltkrieg. Dabei versuchen sie zur Zeit, Ressourcen und Märkte zu sichern und ihren Claim abzustecken - was die größte Unsicherheit bedeutet, weil die gegen expandierende BRICS-Staaten antreten und viele Länder im eigenen Hinterhof, die sich gerne von US-amerikanischer Dominanz lösen und sich lieber BRICS anschließen würden. Was mit und in Brasilien passiert wird hier besonders bedeutend sein.
Zunächst einmal aber ist schwer abzusehen, wie man am besten die folgenden Jahre durchstehen kann. Wieder einmal dürfte vor allem die nächste Generation die Angeschissene sein, die unter dem, was seit Merkel (um eine Grenze zu setzen - eigentlich ging die Entwicklung mit Kohl, Tony Blair und Reagan los) verkackt wurde - wo die Weichen in eine vollkommen falsche (also dem Kapital und nicht den Bürgern dienende) Richtung gesetzt wurde. Die Älteren erinnern sich noch an "Tickle down" und diesen ganzen Blödsinn, mit dem das vermarktet wurde.
no subject
Mei Wirtskörper ist nun in der Wendezeit geboren, und schaut man sich an, was zu der Zeit passiert ist, die ganze massive Planierung und Einstampfung der Wirtschaft eines ganzen Landes, nur weil ein anderes Land noch ein paar Jahrzehnte weiter leben will und dafür die ernsthafte Konkurrenz neben sich loswerden muss - was das hinterlassen hat und wie es "einen" fühlen lässt...
Ein Teil meines Herzens hat da schon vor über 15 Jahren, als "wir" mitten in der Abiturstufe waren, und selbst danach, wo das alles (erfolgreich) hinter "uns" war, in so einem Lebensgefühl existiert, was ich mit den Worten "wir sind die Überflüssigen" beschreiben würde.
Überflüssig, weil... "Da draußen" wartet keine Zukunft auf einen. Man ist vielmehr verdammt, sich mit den Erwachsenen um die verbliebenen Jobs zu schlagen (gut, das ist inzwischen anders, weil genügend Leute in den letzten 15+ Jahren in Rente gegangen sind und mehr in Rente gingen als nachkamen, um sie zu ersetzen), und hat genau deswegen eigentlich gleich verloren.
Weil - wenn sich viele um eine knappe Ressource streiten, es gehen immer welche leer dabei aus.
Je knapper, desto mehr werden leer ausgehen - vorher haben diese sich natürlich aber abgestrampelt...
Ein Teil meines Herzens hat dadurch schon seit langer Zeit so ein Ruinen-Gefühl in sich. Wie wenn man in Ruinen lebt.
Die Zukunft, die da mal kommen sollte - sie ist weg. Und wird auch nicht wiederkommen. Eine andere wächst auch nicht an diese Stelle.
Zudem - aber das ist dann wieder etwas spezielles an der Denkweise meines Hirns -, "Zukunft" und "Glücklichsein" sind nicht unbedingt gekoppelt damit, eine Arbeitsstelle zu haben und Geld zu verdienen, was man dann ausgeben kann. Geistige Erfüllung kommt nicht allein nur durch Schuften - und wenn das für einige so sein sollte, würde ich mal lieber ihren mentalen Zustand überprüfen lassen... Wohlmöglich haben sie da einen der großen Irrtümer deutscher Soziokultur gefressen und sich zu eigen gemacht.
Jedenfalls... nun ja, ich würde annehmen, dass du vielleicht verstehst, was ich meine.
Ich weiß natürlich nicht wie das anderen da geht, die im selben Alter sind wie mein Wirtskörper jetzt. Für gewöhnlich bin ich etwas "feinfühliger", nehme etwas wahr, was präsent ist, die anderen vorher aber nicht in Worte fassen konnten, und sie stimmen meiner Wahrnehmung allzu oft zu.