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lautenist: (OnMyMini)
[personal profile] lautenist
 


Da ich selbst betroffen bin teile ich hier Prof. Riecks Position. Aber auch grundsätzlich. Denn: Tatsächlich wird durch eine Erbschaftssteuer Vermögen vernichtet. Für das, was die SPD veranstaltet ist der Begriff "Neidsteuer", den Prof. Rieck verwendet noch verharmlosend. Ich sage eher: "Seit Kriegsende bis etwa zu Schröders Kanzlerschaft stand die SPD dafür, daß jeder Arbeiter sein Häuschen besitzen sollte. Seitdem arbeitet sie daran, ihm dieses Häuschen wieder wegzunehmen". 

Wenn Erbschaftssteuer, dann müßte sie radikal eingeführt werden. Also - alle Hinterlassenschaft wird sozialisiert. Was bedeutet, daß jeder von Null anfangen muß. Es bedeutet aber auch, daß es sich für niemanden lohnt, etwas anzusammeln, was man hinterläßt. 

Tatsächlich wird, denke ich, durch die Extrempositionen deutlich, was eine Erbschaftssteuer ist und wie zentral für das wirtschaftliche Handeln in einer Gesellschaft sie ist. 

 

 

Date: 2026-01-17 02:16 pm (UTC)

matrixmann: (Default icon)
From: [personal profile] matrixmann
Böse hätte ich hier gesagt "Frag' mal wie es denen geht, die mal in Hartz geraten... Da wird dir auch abverlangt, alles, was du bis dahin angehäuft hast, in Geld umzusetzen, bevor die auch nur einen Euro an dich zahlen" (Häuser lassen sie einem in der Regel noch, wenn du darin selbst wohnst). - Inklusive, Leistungen bis zu 10 Jahre zurück in der Zeit können sie von dir zurückfordern, solltest du zu Geld und Besitztümern kommen.

Nun ja, soweit (rudimentär) wie ich den Entwurf der SPDisten mitbekommen habe...
Allein schon bei Unternehmen war das Limit nach unten ziemlich tief angesetzt. 1 Mio. Wert/Umsatz - das kommt selbst bei 'nem kleineren bis mittelgroßen Unternehmen schnell zusammen. Schneller als man denkt.
Und in den Arsch geknffen sind die, wo deren verstorbener Vorgänger nicht das Geld daraus in die eigene Tasche abgeschöpft hat, sondern es gleich wieder ins Unternehmen investierte.
Wird da nämlich nur der Wert des geerbten Unternehmens als Maßstab genommen, und am Ende steht der Staat da und will eventuell einen sechsstelligen Betrag von dir als Erbschaftssteuer. Die ein reiner Firmenerbe (also, ohne dass gleichzeitig auch Privatvermögen hinterlasen wurde) nicht hat und nicht wüsste, woher er sie nehmen sollte.
Außer, dass das Unternehmen das erwirtschaften soll bzw. Teile daraus verkauft und zu Geld gemacht werden müssen.

Ähnliches dürfte gelten, wenn man hauptsächlich Immobilien und Sachwerte erbt.
'N Haus, dessen Wert dann auf, sage man, 2-300.000 (mit Grundstück geschätzt wird, es reicht allein aus, wenn der Staat nur 10% von dem Wert für seine eigene Kasse haben will. Das wären 20-30.000. Wer, der "nur" ein Haus mit Grundstück erbt, hat so viel Geld auf seiner hohen Kante? (Vor allen Dingen: Was kannst du dafür, wenn deine Eltern, oder andere Verwandte, sich sowas zugelegt haben? Und es soll da einer bitte nicht sagen "naja, das Erbe kannst du ja auch auschlagen - kein Erbe, keine Steuern". Dann darf man sich nämlich gar nichts von den Verstorbenen mitnehmen.)
Da bleibt dann kaum was übrig als die geerbten Sachwerte zu verkaufen...

Und das soll dann nun der große Wurf gegen die reichen Bonzen sein, damit die sich auch endlich wieder einbringen... (*Gesichtspalme*)
Also, wenn man die treffen will, darf man nicht so niedrig ansetzen. Sonst ist das nur ein "der König braucht Geld, also erhebt er eine neue Steuer".
Date: 2026-01-27 01:20 pm (UTC)

matrixmann: (Default icon)
From: [personal profile] matrixmann
Sag' ja, es erinnert an "der König braucht Geld, also erhebt er eine neue Steuer".
Man versucht auch noch das Allerletzte aus den Normalsterblichen herauszuquetschen (im Glauben, da sei irrsinnig viel zu holen).
Dank Inflation und aufgeblasenen, überdehnten Märkten seit vielen Jahren ist 1 Mio. (Geld oder Wert) längst nicht mehr so viel Geld und so unerreichbar wie manch einer denkt.

Ich würde an solchen stellen sagen, wenn nicht mit Absicht oder dass man die schon feststehenden Pläne eines anderen nach außen verkaufen muss, kriegt man an solchen Stellen mit wie sehr die Politikerkaste in Berlin und den Landeshauptstädten überhaupt nicht mehr in der Realität von allen anderen um sie herum lebt. - Weder Leute so, noch in der der eigenen Wirtschaft.
Wer das nämlich würde, dem würden solche Dimensionen von so einem Entwurf gleich auffallen und was das für Schäden anrichten würde. Nebenbei, dass man die richtig Reichen damit auch nicht wieder mit "ins Boot" zurückholt, um sich an der Finanzierung der Gesellschaft zu beteiligen, aus der auch sie ihren Profit schlagen.

...Mal von einer anderen Seite gesprochen: Die "Sozen", aber auch andere westliche Möchtegernlinke dieser Zeit leben geistig in so einer Blase, dass sie meinten Robin Hood spielen zu müssen, anderen, die irgendwas mehr haben als andere, wegnehmen und anderen geben zu müssen, die, in ihren Augen (!), vermeintlich weniger haben, und dann sei alles wieder in Ordnung.
So viel Gleichmacherei gab es im real existierenden Sozialismus nicht mal (auch da wurde das Leistungsprinzip nicht komplett ausgeheblt bzw. abgeschafft).
Entspechend dümmlich verhalten sie sich allgemein, glauben genauso an einfache Lösungen (so wie die Rechten mit ihrem "wir werfen einfach mal alle Ausländer 'raus und dann geht es uns wieder gut"), und servieren einem so was als ernstgemeinte politische Forderungen bzw. auch Gesetzesetwürfe. - Ohne Kenntnis oder Rücksicht auf das, was ihnen eigentlich ihr westliches, komfortables Leben ermöglicht (darunter würde die Wirtschaft, mit und ohne Großkonzerne), fallen.

Böse gesagt... Westliche Linke des 21sten Jahrhunderts haben inzwischen selbst eine Raubrittermentalität, welche sie unter dem Deckmantel vermeintlicher Gemeinnützigkeit zu verkaufen versuchen (böse könnte man hier auch anführen: das würde jeder gewöhnliche Kriminelle auch tun.. Sein Verbrechen als etwas Gutes zu verkaufen.)
Aber ebenso dümmlich wie das Klischee von Raubrittern denken die auch nur noch.
Und das merkt man an solchen Stellen.
Date: 2026-01-17 04:05 pm (UTC)

matrixmann: (Default icon)
From: [personal profile] matrixmann
Hab' mal doch das Video angesehen, wo ich gesehen habe, so lang ist der Beitrag nicht...

Aha, dann ist man jetzt bei ca. 400.000 für ein Haus bei entsprechender Lage angekommen, ohne dass es besonderen Luxus enthält...
So weit wusste ich das nun nicht, wie die aktuellen Immobilienpreise da aussehen
...Grundlegend lag ich da aber schon richtig.
Es ist ein Klischee, zu denken, das betrifft nur irgendwelche Bonzen, die sich die Erbschaftssteuer ruhig leisten können, ohne dass sie hungern werden.
Die Immobilienpreise und auch selbst ein Haus zu bauen ist ungeheuer teuer in den letzten 10-15 Jahren geworden. Die Inflation hat noch ihr übriges dazu getan. Geht die Entwicklung weiter - dass der Euro immer wertloser wird -, ist man schneller betroffen, wenn man ein Haus erbt, als einem lieb ist.

Bezüglich der Familienunternehmen - oder generell Unternehmen, wo mehrere Personen involviert sind - ergibt das noch mal ganz andere interssante, als auch potenziell katastophale Konstellationen.
Nehme man allein das Beispiel, dass 5 verschiedene Personen als Eigentümer eingetragen sind (ob verwandt oder nicht). Stirbt einer davon und sein Anteil muss vererbt werden - ja, und was machen die andern 4?
Letztlich wird es darauf hinaus laufen, dass der Anteil vom Verstorbenen von seinen Erben verkauft wird, allein um die Steuer zu bezahlen... Und das bedeutet in der Praxis: Das Unternehmen wird zerhackt. Ziemlich wahrscheinlich.

Weiß nicht, neben Dummheit und "nicht mehr links oder rechts von sich schauen" könnte man der Sache unterstellen, dass man so den Großkonzenen auch noch die letzten Filetstücke der Unternehmen ihnen in die Hände spielen will, wo sie nur was bestehendes kaufen und am Ende fleißig Gewinn ernten, ohne auch nur einen Pfennnig selbst in den Aufbau investiert zu haben.

Andere Sache daran noch...
Ich tue mich da immer schwer damit, wenn der Eindruck vermittelt wird (auch von den Kritikern), dass so Sozialismus aussieht - Ronbin Hood bei denen spielen, die mal zu was kommen, und denen zu geben, die auch nur ETWAS weniger haben, mit dem Ziel, dass am Ende alle gleich und gleich arm sein sollen.
Das ist ein Irrtrum in westlichem Denken, dass Sozialismus funktioniert.
Wenn überhaupt alle "gleich werden" sollen, dann, dass alle eine annehmbare Anfangsposition in ihem Leben bekommen sollen, und dass Geld und Besitz nicht mehr wichtig (oder: DAS Wichtigste) sein sollen, woran man jemanden bemisst oder wodurch deine Weichen im Leben schon gestellt werden, bevor du überhaupt selbst einen Einfluss durch Eigenbemühungen darauf ausüben kannst.

- Ist eine sehr utopische Sache, ich weiß; wer weiß, ob man jemals an diese Idealvorstellung auch nur annähernd herankommen wird. Dafür sind die meisten Menschen doch zu grierig, allgemein zu triebgesteurt, zu oberflächlich, denken nur daran, ihre eigene Sippe durchzubringen und... lang etablierte soziale Regeln, die in Urzeiten auch mal einen Sinn hatten, wird man so schnell nicht abgeschafft kriegen. (Wohlstand und Besitz verhieß ja auch mal "oh, an dessen Seite verhungere ich nicht".)
Selbst mit der besten Bildung der Welt.

DDR-Sozialismus hat z. B. das Leistungsprinzip keinesfalls abgeschafft; einzig hat dort sehr das aus der SU mitgebrachte Prinzip "du musst in der Partei sein, um als vernünftig und in Ordnung zu gelten" hineingestört und dadurch irrationale Bevorzugungen errschaffen, gemäß dem Schema "du bist im Klub - und Klubmitglieder sind immer besser als Außenstehende".

Was diese neumodernen Robon Hoods von der politischen Seite, die sich "links" schimpft, nicht begreifen, auch mangels echtem Geschichtswissen, dass in sozialistischer Wirtschaft das Unternehmenswesen anders geordnet wurde, sodass es dazu führte, dass Gewinn nicht ausschließlich in Privathände wandern und auch können, sondern in den Unternehmen verbleiben.
Und dadurch letztlich hatte die gesamte Gesellschaft dann auch was davon - und dabei darf man nicht nur die Arbeitsplätze und gezahlte Steuern sehen... Unternehmen haben einst auch mal Sportvereine oder Kultursachen unterhalten, sodass diese keine eigenen Unternehmen sein und sich verkaufen mussten.
Dann konnte ein Museumsbesuch auch mal äußerst billig sein, sodass sich den jeder mit noch so kleinem Lohn leisten konnte (oder Kinder) - wenn von anderer Seite ein Zuschuss kam.
- Oder ein Betrieb unterhielt irgendwas ganz anderes. Und wenn es ein Schwimmbad oder eine Schwimmhalle war, die aber öffentlich zugänglich war und von allen genutzt werden konnte.
Oder (! fällt mir ein!) - ein betriebseigener Kindergarten.
Auch wurde, für die Mitarbeiter, wenn der Betrieb groß genug war, eine Verkaufsstelle oder so was wie ein Frisör betriebsintern eingerichtet, sodass, wenn man mit der Arbeit fertig war, dafür auch mal noch Zeit und der Weg nicht ganz so weit war (in Zeiten, wo Geschäfte nur bis 18 Uhr auf hatten, keine unwichtige Sache).

Also, da muss man sich eher das Deutschland vor dem Dritten Reich anschauen; die Zeiten, wo manche Begründer von heute großen Unternehmen noch gelebt und selbst das Steuer in der Hand hatten.
Zumindest war es in Deutschland so, dass die nicht selten auch mal so intelligent waren, zu erkennen, sie sollten was in ihre Arbeiter oder auch in deren Kinder investieren, damit sie immer wieder Arbeiter haben. Letztlich sind die das Kernstück des Unternehmens, und nicht der Chef, sonst gibt es nämlich nichts zu verkaufen, was man zu Geld machen kann.
Oder man kann ganz allein als Kleinkrauter vor sich hin arbeiten.

...Es ist ein ganz anderes System gewesen, wie man Dinge in der Zivilgesellschaft finanziert hat.
Und letztlich ist das ja eigentlich auch das Problem: Die börsennotierten Großkonzerne haben sich Stück für Stück über Jahrzehnte aus der Finanzierung der Gesellschaft herausgezogen, aus der sie aber weiterhin Profit schlagen. - Das kann man vielmehr als "leistungsloses Einkommen" bezeichnen (um diesen Begriff mal zu benutzen).

Also... da strotzen die jungen "Linken" allgemein vor Nicht-Wissen über Wirtschaft (und wie ihre eigene Wirtschaft, die ihnen ihren aktuellen Wohlstand generiert, funktioniert) und denken lieber nur mit der Gehirnhälfte, die für Emotionen zuständig ist. - Ich kenne diese Verhaltens- und Denkschemata nämlich über längere Zeit schon aus der Beobachtung...

Nun ja... Soll man sagen "kommt davon, wenn die nur Sozialwissenschaften studieren"? Man könnte es geneigt sein, es so zu sehen...
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